{"id":474,"date":"2018-02-20T17:48:15","date_gmt":"2018-02-20T16:48:15","guid":{"rendered":"http:\/\/torstensense.de\/?page_id=474"},"modified":"2024-06-10T14:48:46","modified_gmt":"2024-06-10T12:48:46","slug":"wonderlands","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/torstensense.de\/?page_id=474","title":{"rendered":"Orchesterwerke"},"content":{"rendered":"<p><strong>&#8222;on solid ground&#8220;<\/strong><\/p>\n<p>f\u00fcr Kammerorchester<\/p>\n<p>Urauff\u00fchrung: 2024 bei den &#8222;Weimarer Fr\u00fchjahrstagen der Neuen Musik&#8220;, Leitung: Markus L. Frank, Th\u00fcringer Symphoniker<\/p>\n<p>Ein Grundgedanke des St\u00fcckes ist die Frage, bis zu welcher Komplexit\u00e4t einzelne Stimmen noch \u201eindividuell\u201c bleiben und ab wann sie zu einer Atmosph\u00e4re verschmelzen. Wobei ich in diesem St\u00fcck den Wunsch, Stimmen als eigenst\u00e4ndige \u201eWesen\u201c zu erhalten, betone. Das St\u00fcck steht \u201emit beiden Beinen fest auf dem Boden\u201c, es verweigert sich bewusst anderen, faszinierenden Welten.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Das Ausgangsmaterial ist zwar eine Zw\u00f6lftonreihe, aber durch Techniken, die \u00fcber Umkehrung und Krebs hinausgehen, ist die Tonalit\u00e4t des St\u00fcckes nicht zw\u00f6lft\u00f6nig. So verwende ich zum Beispiel ein selbsterdachtes Verfahren, um den Tonumfang der Reihen zu verkleinern, wodurch sich Tonwiederholungen innerhalb der Reihen ergeben. Viele rhythmische Elemente des St\u00fcckes sind von der urspr\u00fcnglichen Zw\u00f6lftonreihe abgeleitet, aber sie werden motivisch eingesetzt. Die Zw\u00f6lftonreihe steuert also nicht die gesamte Rhythmik des St\u00fcckes und auch nicht Dynamik oder Klangfarben.<\/p>\n<p><em>3. Preis beim Orchesterwettbewerb der &#8222;Weimarer Fr\u00fchjahrstage der Neuen Musik 2024&#8220;<\/em><\/p>\n<p><strong>&#8222;WONDERLANDS&#8220;<\/strong><\/p>\n<p>f\u00fcr Bigband und Orchester<\/p>\n<p>Das St\u00fcck ist von Motiven des Romans &#8222;Hardboiled Wonderland&#8220; von Haruki Murakami inspiriert.Haruki entwirft in diesem Roman eine futuristische Welt, in der Daten die begehrteste Ware sind. Um ihre Daten zu sch\u00fctzen, verwenden die Konzerne mittlerweile das\u00a0menschliche Gehirn. Speziell ausgebildete &#8222;Kodierer&#8220; lassen ihr Unterbewu\u00dftsein endlose Zahlenkolonnen kodieren. Der Held des\u00a0Romans ist ein &#8222;Kodierer&#8220;, der von einem ehrgeizigen Wissen-schaftler ohne sein Wissen f\u00fcr ein Experiment benutzt wird. Der Wissenschaftler &#8222;implantiert&#8220; ihm ein zus\u00e4tzliches Unterbewu\u00dft-sein, das vor Angriffen feindlicher Hacker extrem gut gesch\u00fctzt w\u00e4re. In ihm\u00a0entsteht eine Gegenwelt, die von ihm immer mehr Macht ergreift. Diese Welt ist sehr fremd &#8211; obwohl sie urspr\u00fcnglich von seinem eigenen Unterbewu\u00dftsein erschaffen worden ist. Sie ist friedlich und bedrohlich zugleich. Eine ummauerte Stadt, aus der es kein Entkommen\u00a0gibt. Es gibt sogar Einh\u00f6rner, die aber jeden Winter elendig verenden. Und man muss sich von seinem Schatten trennen. Er kann sich\u00a0dieser Welt nicht erwehren und der Wissenschaftler kann ihm nicht helfen. Am Ende \u00fcbernimmt das zus\u00e4tzlich &#8222;implan-tierte&#8220; Unterbewu\u00dftsein komplett die Kontrolle und er wird f\u00fcr im-mer in dieser Welt gefangen sein. Haruki erz\u00e4hlt Kapitel f\u00fcr Kapitel abwechselnd, wie\u00a0sich sein Held mit seinem bizarren Job und seiner Vorliebe f\u00fcr Jazz im futuristischen Tokyo durchs Leben schl\u00e4gt und beschreibt die Stadt, die in seinem neuen Unterbewu\u00dftsein w\u00e4chst.<\/p>\n<p>Zwei Welten, die sich gegenseitig durchdringen, eigentlich desselben Ursprungs aber einander fremd &#8211; den Konflikt fand ich sehr inspirierend. Die Alltagswelt und sein Alltagsleben chaotisch und auch etwas belanglos, die &#8222;Stadt&#8220; hingegen von einer erschreckenden, hermetischen Perfektion und ohne W\u00e4rme. Und die Durchdringung: seine Alltagswelt wird durch das Auftauchen der &#8222;neuen&#8220; Welt noch\u00a0chaotischer, aber im Gegenzug gelingt es ihm, der &#8222;Stadt&#8220; menschliche W\u00e4rme einzuhauchen.<\/p>\n<p><em>1st Prize, EUROPEAN COMPOSITION CONTEST 2021, Franz-Schubert-Konservatorium Vienna<\/em><\/p>\n<p>Dauer: 10 Minuten<br \/>\nEntstehungszeitraum: Oktober bis Dezember 2017<\/p>\n<p>Besetzung:<\/p>\n<p>2 Altsaxophone, 2 Tenorsax., 1 Baritonsax.<\/p>\n<p>4 Trompeten (B), <em>D\u00e4mpfer: Straight Mute, Harmon Mute<\/em><\/p>\n<p>3 Posaunen, 1 Bassposaune, <em>D\u00e4mpfer: Bucket Mute<\/em><\/p>\n<p>E-Gitarre, <em>Effektger\u00e4t: Verzerrer<\/em><\/p>\n<p>Klavier<\/p>\n<p>Drums: <em>BassDrum, Snare, HiHat, Standtom, 2 H\u00e4ngetoms,<\/em><br \/>\n<em> 1 Crash- + 2 Ridebecken, 1 hoher Woodblock<\/em><br \/>\n<em>Anreger: Sticks, Besen, weiche Schlegel,\u00a0Kontra-<\/em><br \/>\n<em> bassbogen<\/em><\/p>\n<p>2 gro\u00dfe Fl\u00f6ten<\/p>\n<p>2 Oboen<\/p>\n<p>2 Klarinetten (B)<\/p>\n<p>2 Fagott<\/p>\n<p>2 H\u00f6rner<\/p>\n<p>2 Trompeten (B),<em> klassische D\u00e4mpfer<\/em><\/p>\n<p>Pauke \u00a0<em>+ hoher Woodblock und 2 Schlegel (hart)<\/em><\/p>\n<p>Streicher<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;on solid ground&#8220; f\u00fcr Kammerorchester Urauff\u00fchrung: 2024 bei den &#8222;Weimarer Fr\u00fchjahrstagen der Neuen Musik&#8220;, Leitung: Markus L. 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